Sinn + Sinnlichkeit (1)
12 April 2013 @ 19:34
Zufrieden und schon beinahe ein wenig selbstgefällig liege ich im Bett. Warm und kuschelig! Im Dunkel die Leuchtziffern des Funkweckers. Er zeigt 5:55 Uhr. Gleich ist es Zeit zum Aufstehen. Im Facebook-Land gehen die letzten ins Bett. Draußen hat es gestürmt und geschneit – vermute ich. Ein kalter Lufthauch weht durch das abgeklappte Fenster um meine Nase.
Neben mir die gleichmäßigen Atemzüge meiner Prinzessin. Ich halte den Atem an und lausche… Wie kann man so früh am Morgen schon so glücklich sein?
Da wird die Stille jäh durch lautes Motorengeräusch zerrissen. Der Hausmeister, dick eingepackt, hat seine Schneeräummaschine angeworfen und fährt den Gehweg entlang. Die Prinzessin stöhnt und räkelt sich widerwillig. Warum muss der Mann um 6:00 Uhr seiner Arbeit nachgehen? Die Traumgewordene Männerphantasie eines Traktors vor meinem Schlafzimmerfenster testen? Er hätte noch gut zwei Stunden im Warmen sitzen bleiben, die Bildzeitung lesen und Kaffee trinken können.
Von irgendwoher weht Kaffeeduft und das Morgenmagazin des lokalen Radiosenders herüber. Die Toilettenspülung der Nachbarn rauscht und wieder einmal wünsche ich mich an einen fernen Ort. In ein Haus weit im Norden, wo nur die Schreie der Möwen und eine Meeresbrise in der Luft liegen.
Irgendwann einmal!